Meine Katze pinkelt in die Wohnung - was tun?

Katzen sind für ihre Reinlichkeit bekannt und erhalten von vielen Menschen aus diesem Grund den Vorzug gegenüber anderen Haustieren. Doch es ist nicht selten, dass eine Katze plötzlich und scheinbar grundlos nicht mehr in ihr Katzenklo uriniert, sondern in die gesamte Wohnung. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern vor allem auch lästig, denn Katzenurin riecht äußerst unangenehm. Dieses Verhalten kann auf eine Krankheit, in den meisten Fällen aber auf Stress zurückgeführt werden.

Mögliche Ursachen für Urinieren in der Wohnung
Es liegt in der Natur der Katze, dass sie nur in einer für sie extremen Stresssituation woanders hin pinkelt als in ihr Katzenklo. Pinkelt sie überall hin, hat das also in der Regel einen triftigen Grund. Sollte Deine Katze immer wieder auf den Teppich oder an andere Orte im Haus pinkeln oder markieren, solltest du dieses Verhalten als Hilfeschrei interpretieren.
Zunächst sollten mögliche Krankheiten ausgeschlossen werden, die für einen ständigen Harndrang und Schmerzen sorgen können. Eine Blasenentzündung, Probleme mit den Nieren oder Harnsteine können Ursachen dafür sein, dass Katzen sich unwohl fühlen und ständig Urin absetzen müssen. Der Tierarzt nimmt Blut ab und untersucht den Urin auf mögliche Bakterien und andere Auffälligkeiten. Wird er fündig, sollte zeitnah eine Antibiotika-Therapie begonnen werden. In solchen Fällen würde das unerwünschte Verhalten schnell wieder ein Ende finden.
Schmerzen im Rücken, der Hüfte oder den Beinen können auch ursächlich dafür sein, dass eine Katze plötzlich ihr Klo meidet.

Harnmarkieren - was ist das?
Konnte beim Tierarzt ausgeschlossen werden, dass eine Erkrankung Schuld an dem unsauberen Verhalten ist, muss davon ausgegangen werden, dass es sich um sogenanntes "Harnmarkieren" handelt.
Harnmarkieren ist ein Verhalten, das sowohl von männlichen als auch weiblichen Tieren gezeigt wird. Es handelt sich dabei um Kommunikationsverhalten, es dient nicht dem Urinieren. Katzen sind sehr territoriale Tiere und zeigen auf diese Weise, dass es sich um ihr Revier handelt. Unkastrierte Kater neigen aufgrund von territorialem Verhalten am häufigsten zum Harnmarkieren. Nach einer Kastration nimmt dieses Verhalten bei Kater und Katze in der Regel erheblich ab. Nur zirka 10 % aller kastrierten Tiere neigen zum Harnmarkieren. Ist Deine Katze kastriert und pinkelt überall hin, ist davon auszugehen, dass sie unter Stress steht.

Stress als möglicher Auslöser für Harnmarkieren
Stress kann für Katzen verschiedene Auslöser haben. Manche Katzen verspüren bereits Stress, wenn die Decke gewaschen oder ein Möbelstück ausgetauscht wurde. Viele Katzen reagieren beispielsweise sensibel auf Gerüche und mögen das neue Waschmittel nicht.
Andere hingegen verweigern ihr Katzenklo, wenn ein anderes Katzenstreu verwendet wird oder der Standort des Katzenklos sich verändert hat. Möglicherweise empfinden sie ihr Klo plötzlich nicht mehr als reinlich genug oder es wird nicht mehr zur gewohnten Zeit gereinigt. Neben diesen offensichtlichen Auslösern kann bei einer Katze der psychische Stress ihrer Besitzer zu Stress und unerwünschtem Pinkeln führen. Sehr sensible Katzen reagieren so beispielsweise schon auf veränderte Arbeitszeiten und weniger Streicheleinheiten. Wenn Du beispielsweise von geregelten Arbeitszeiten zu einer Schichtarbeit wechselt, kann das für Deine Katze Stress bedeuten.
Größere Einschnitte in das Katzenleben hingegen können Umzüge sein, der Einzug einer neuen Katze oder der Verlust eines Familienangehörigen. Insbesondere in Mehrkatzenhaushalten ist das Harnmarkieren sehr häufig zu beobachten.

Möglichkeiten, den Stress zu reduzieren
Sollte Deine Katze ihr neues Katzenstreu nicht mögen oder kommt mit dem neuen Waschmittel nicht zurecht, sind solche Veränderungen recht problemlos wieder rückgängig zu machen. Schwieriger gestaltet es sich, wenn es sich um langfristige Veränderungen handelt.
Es kann beispielsweise helfen, den Standort des Katzenklos zu verändern und den Urin mit speziellem Reiniger zu entfernen, damit die Katze durch die Duftstoffe nicht das Bedürfnis hat, weiter zu markieren.
Hat das Urinieren einen psychischen Hintergrund und es hat sich im Umfeld der Katze nichts verändert, können ausgiebige Streicheleinheiten und viel Zeit mit der Katze helfen, dass diese sich wieder entspannt.
Neben der Veränderung bestimmter Rituale oder Gegebenheiten im Umfeld kann es außerdem helfen, das Sicherheitsgefühl der Katze durch bestimmte Duftstoffe, auch als Pheromone bezeichnet, zu erhöhen. Neue Möbel oder Teppiche können so beispielsweise mit bestimmten Sprays eingesprüht werden. Auch bei einem Umzug eignen sich Duftstoffe sehr gut, um den Stubentiger mit der neuen Umgebung schneller vertraut zu machen.
Hat sich die Konstellation oder Anzahl in einem Mehrkatzenhaushalt verändert, kann auch hier mit Duftstoffen gearbeitet werden. Leben mehrere Katzen in einem Haus und die bislang bestehende Konstellation wird verändert, muss die Rangordnung und das soziale System unter den Katzen neu geklärt werden. Das ist nicht immer einfach und es ist notwendig, dass jedes Tier ausreichend Rückzugsmöglichkeiten hat.
Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Katzenklos zur Verfügung stehen. Pro Katze sollte ein Klo vorhanden sein, da sich Katzen nicht gerne ein Klo teilen. In einem Mehrkatzenhaushalt sollte pro Tier mit einem Zimmer gerechnet werden, damit verschiedene Schlaf- und Fressmöglichkeiten vorhanden sind. Entspannt sich die Situation trotz Duftstoffen und neuem Management im Haushalt nicht, kann eine Katzenpsychologin um Rat gefragt werden. Möglicherweise ist es erforderlich, dass einer der Stubentiger wieder ausziehen muss.
Ist eine Fremdkatze außerhalb der eigenen Räumlichkeiten Schuld am Harnmarkieren, kann ebenfalls der Einsatz von Pheromonen sinnvoll sein.

Die Macht der Pheromone
Pheromone sind eigentlich Boten- beziehungsweise Duftstoffe, die von einem Lebewesen abgegeben werden, um bei einem anderen Lebewesen eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Bei Katzen beispielsweise sondert die Mutterkatze beim Säugen Pheromone ab, die den Kitten signalisieren, dass alles in Ordnung ist und sie sich sicher fühlen können.
Ähnlich verhält es sich bei erwachsenen Katzen, wenn sie in der Wohnung umherlaufen und ihre Backen an bestimmte Gegenständen wie der Einrichtung, dem Sofa oder gar Deinen Schuhen reibt, dann gibt sie dabei Pheromone ab. Auf diese Weise gibt sie sich selbst ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit - sie fühlt sich wohl in ihren eigenen vier Wänden.
Du wirst im Nachhinein feststellen können, dass dieses Verhalten zum selben Zeitpunkt verschwunden ist, in dem das unerwünschten Pinkeln aufgetreten ist. In weiteres deutliches Indiz dafür, dass deine Katze sich nicht mehr wohl fühlt und unter Stress steht.
Das Wissen um diese Pheromone kann sich jeder Katzenbesitzer zunutze machen, wenn die Katzen unkontrolliert pinkeln. Unvermeidlich ist es nach wie vor, den Stress der Katze zu reduzieren, doch es ist dennoch sinnvoll, ihr mittels Duftstoffe ein gewisses Gefühl von Sicherheit zurückzugeben.
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Welcher individuelle Stressfaktor dazu führt, dass Katzen ins Haus pinkeln, spielt nur eine untergeordnete Rolle, da FELIWAY® bei den verschiedenen Ursachen helfen kann.

Die Katze für ihr Verhalten nicht bestrafen
Es ist übrigens kein Zufall, dass sich eine Katze bewusst das Bett oder das Sofa aussucht, um zu urinieren. Zum einen handelt es sich um eine weiche und saugfähige Unterlage, zum anderen riecht insbesondere das Bett intensiv nach ihrem Besitzer. Der Geruch gibt der Katze ein gewisses Gefühl von Sicherheit, welches sie sich selbst gerade nicht geben kann.
Eine Katze sollte nie dafür bestraft werden, wenn sie ins Bett oder auf den Teppich pinkelt. Würde eine Bestrafung für das unerwünschte Urinieren folgen, würde das die Katze noch mehr unter Stress setzen und der gegenteilige Effekt würde eintreten: sie würde noch mehr in die Wohnung pinkeln.

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